focaccia selber backen das einfache rezept

Focaccia selber backen: das einfache Rezept für zu Hause

📅 Mai 2026  |  ✍️ mediterranergenuss.de  |  ⏱️ Lesezeit + Backzeit: ca. 3 Stunden (davon 2,5 Std. Gehzeit)

Focaccia kommt nicht aus Galicien. Das muss ich direkt sagen, bevor mich irgendjemand als unzuverlässig abstempelt. Focaccia ist italienisch, genauer aus Ligurien in Norditalien, und hat mit der galicischen Küche herzlich wenig zu tun. Aber: Die mediterrane Küche hört nicht an Landesgrenzen auf. Und dieses Brot gehört für mich einfach dazu. Der Geruch wenn es im Ofen ist, das knusprige Äußere, der saftige Kern, grobes Meersalz und Rosmarin. Das ist für mich mediterran. Ich backe es regelmäßig und meine Kinder verdrücken es noch warm bevor es überhaupt auf den Tisch kommt.

 Vorbereitung 20 Minuten Backzeit 20–25 Minuten
 Gehzeit mind. 2 Stunden Ergibt 1 Blech, ca. 12 Stücke
 Temperatur 220 Grad O/U pro Stück ca. 210 kcal

 

Woher Focaccia wirklich kommt

Focaccia stammt aus Ligurien, der schmalen Küstenregion im Nordwesten Italiens, deren Hauptstadt Genua ist. Sie ist dort seit der Antike bekannt. Der Name leitet sich vom lateinischen „panis focacius“ ab, wobei „focacius“ sich auf das Wort für Herd bezieht, also ein Brot das am Herd gebacken wird.

Was Focaccia zur mediterranen Küche macht, ist nicht ihr geografischer Ursprung sondern ihre Zutaten und ihre Seele: hochwertiges Olivenöl, frische Kräuter, grobes Meersalz und Zeit. Diese Kombination zieht sich durch die gesamte Mittelmeerregion, von Spanien bis Griechenland. Das Olivenöl ist dabei kein Topping, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil von Teig und Belag. Je nach italienischer Region gibt es unzählige Varianten, auch der Name kann sich verändern. Focaccia ist also nicht ein Rezept, sondern eine Idee.

 

Zutaten: wenige, dafür gute

Das Wichtigste vorweg: Beim Olivenöl kein Kompromiss. Es macht einen spürbaren Unterschied ob man ein gutes Extra-Vergine-Öl verwendet oder das billigste im Regal. Bei so wenigen Zutaten schmeckt man es.

 

Zutat Menge Hinweis
Weizenmehl Type 550 500 g Type 550 ergibt luftigeres Ergebnis als 405
Lauwarmes Wasser 380 ml Nicht zu heiß, sonst stirbt die Hefe
Trockenhefe 7 g (1 Päckchen) Frische Hefe: 21 g
Zucker 1 TL Futter für die Hefe, nicht weglassen
Salz 1,5 TL Nicht direkt zur Hefe geben
Olivenöl extra vergine 6 EL 3 EL in den Teig, 3 EL zum Belegen
Frischer Rosmarin 2 Zweige Nadeln abzupfen und grob hacken
Grobes Meersalz 1 TL Zum Bestreuen obendrauf

 

Zubereitung Schritt für Schritt

 

Schritt 1: Teig machen
Mehl, Hefe, Zucker und Salz in einer großen Schüssel vermengen. Wasser und 3 EL Olivenöl dazugeben. Mit einem Holzlöffel oder den Händen grob vermengen bis keine trockenen Stellen mehr zu sehen sind. Nicht kneten, der Teig soll klebrig und feucht bleiben. Das ist richtig so.
Schritt 2: Teig gehen lassen
Schüssel mit einem sauberen Küchentuch oder Frischhaltefolie abdecken und mindestens 2 Stunden bei Zimmertemperatur gehen lassen. Der Teig verdoppelt sich ungefähr. Besser: über Nacht in den Kühlschrank. Am nächsten Tag eine Stunde vor der Weiterverarbeitung rausnehmen.
Schritt 3: In die Form
Ein Backblech (30 x 40 cm) oder eine große Auflaufform großzügig mit Olivenöl einölen. Den Teig hineingeben und mit geölten Fingern vorsichtig in die Ecken drücken. Nicht reißen, sondern sanft dehnen. 30 Minuten abgedeckt ruhen lassen.
Bleistiftzeichnung einer Focaccia im Backblech, bei der geölte Finger tiefe skizze zum Mulden in den Teig druecken daneben Olivenoel Rosmarin und grobes Salz
Schritt 4: Die Mulden drücken
Mit den Fingerspitzen tiefe Mulden in den Teig drücken, gleichmäßig verteilt über die gesamte Fläche. Das ist der schönste Moment beim Focaccia backen. Die Mulden sind wichtig, denn sie sammeln das Olivenöl.
Schritt 5: Belegen
3 EL Olivenöl gleichmäßig über den Teig gießen damit es in alle Mulden läuft. Rosmarin darüber verteilen und mit grobem Meersalz bestreuen. Noch 10 Minuten ruhen lassen während der Ofen vorheizt.
Schritt 6: Backen
Ofen auf 220 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Focaccia auf der zweiten Schiene von unten 20 bis 25 Minuten backen bis die Oberfläche goldbraun ist. Kurz in der Form abkühlen lassen. Noch warm servieren.
Nahaufnahme eines frisch gebackenen Stuecks Focaccia mit luftiger Krume goldbrauner Kruste Rosmarin Olivenoel und grobem Meersalz
So sollte die Focaccia nach dem Backen aussehen: goldbraun, außen leicht knusprig und innen weich mit luftiger Krume.

Die wichtigsten Tipps für eine gelungene Focaccia

 

Zeit ist alles
Wenig Hefe und dafür eine lange Gehzeit macht Geschmack und Konsistenz besonders toll. Wer abends ansetzt und morgens backt, bekommt die beste Focaccia.
Olivenöl großzügig
Der häufigste Fehler: zu wenig Olivenöl auf dem Blech und obendrauf. Focaccia soll in Öl gebacken werden, nicht auf trockenem Backblech.
Hände einölen
Klebrigen Teig niemals mit Mehl bestäuben, das macht ihn trocken. Stattdessen Hände und Blech großzügig einölen, dann klebt nichts.
Mehl macht den Unterschied
Backstarkes Mehl mit hohem Eiweißanteil ergibt ein besonders luftiges Ergebnis. Type 550 oder Pizzamehl sind ideal.
Heiß backen
220 Grad sind nötig für eine goldbraune Kruste. Zu niedrige Temperatur macht die Focaccia blass und zäh statt knusprig.
Salz erst obendrauf
Grobes Meersalz erst unmittelbar vor dem Backen darüber streuen, nie in die Mulden füllen bevor das Olivenöl drauf ist, sonst löst es sich auf.
Mein „Lieblingstrick“: Ich stelle die Focaccia manchmal kalt in den Ofen und heize ihn erst dann auf 220 Grad. Die Aufheizzeit nutzt der Teig noch einmal zum Aufgehen. Das Ergebnis ist noch luftiger als beim vorgeheizten Ofen.

Varianten und Belag-Ideen

Das Klassische ist unschlagbar, aber Focaccia ist auch eine wunderbare Leinwand für alles was die mediterrane Küche zu bieten hat:

 

🍅

Mit Kirschtomaten
Halbierte Kirschtomaten mit der Schnittfläche nach oben in die Mulden drücken. Sie werden beim Backen süßlich und saftig. Dazu Oregano statt Rosmarin.

🫒

Mit Oliven
Schwarze oder grüne Oliven in die Mulden drücken. Gibt dem Brot eine herzhafte Tiefe. Gut dazu: etwas Feta darüber bröckeln.

🧅

Mit roten Zwiebeln
Rote Zwiebeln in dünne Ringe schneiden und auf dem Teig verteilen. Mit Balsamico beträufeln. Karamellisiert wunderschön im Ofen.

🧀

Mit Feta und Kräutern
Feta in Stücken auf dem Teig verteilen, dazu Thymian und etwas Honig. Süßlich-salzig und meine persönliche Lieblingskombi.

🧄

Mit Knoblauch
Knoblauchzehen halbieren und in die Mulden stecken. Wird beim Backen weich und mild. Dazu viel Rosmarin und etwas Chiliflocken.

🥬

Klassisch pur
Nur Olivenöl, grobes Salz und Rosmarin. Die einfachste Version ist oft die beste. Frisch gebacken mit Olivenöl zum Dippen.

 

Aufbewahren und einfrieren

Focaccia schmeckt am besten noch warm, direkt aus dem Ofen. Aber sie lässt sich gut aufbewahren:

 

🌡️

Zimmertemperatur
In ein Küchentuch einwickeln, hält 1 Tag. Nicht in Plastik, sonst wird sie weich.

❄️

Kühlschrank
2 bis 3 Tage. Zum Aufwärmen 5 Minuten bei 180 Grad in den Ofen.

🧊

Einfrieren
In Stücken einfrieren. Auftauen bei Zimmertemperatur, dann 5 Minuten bei 180 Grad aufbacken.

Focaccia ist kein Hexenwerk, aber sie braucht Zeit

Das Einzige was du wirklich brauchst ist Geduld für die Gehzeit. Alles andere erledigt der Teig von selbst. Wenn der Geruch aus dem Ofen durch die Wohnung zieht, wirst du verstehen warum dieses Brot seit der Antike so beliebt ist.

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FAQ: häufig gestellte Fragen zur Focaccia

 

Warum muss der Focaccia-Teig so lange ruhen?

Die Ruhezeit ist das Geheimnis. Je länger der Teig ruht, desto mehr Aroma entwickelt sich und desto luftiger wird die Krume. Mit wenig Hefe und langer Gehzeit wird die Focaccia bekömmlicher und geschmacklich viel komplexer als mit viel Hefe und kurzer Wartezeit. Über Nacht im Kühlschrank ist die beste Option.

Warum ist der Focaccia-Teig so klebrig?

Das ist gewollt. Focaccia-Teig hat einen hohen Wasseranteil was ihn weich, feucht und klebrig macht. Genau das ergibt die luftige, saftige Krume. Nicht zu viel Mehl einarbeiten. Stattdessen mit geölten Händen und einem geölten Blech arbeiten.

Kann man Focaccia einfrieren?

Ja, sehr gut. In Stücke schneiden, einwickeln und einfrieren. Zum Auftauen 1 bis 2 Stunden bei Zimmertemperatur, dann 5 Minuten bei 180 Grad aufbacken. Schmeckt fast wie frisch.

Welches Mehl eignet sich am besten?

Weizenmehl Type 550 ist ideal, es hat mehr Protein als Type 405 und gibt dem Teig mehr Stabilität. Dinkelmehl Type 630 geht auch, macht die Focaccia aber etwas weniger fluffig.

Wie lange hält Focaccia frisch?

Am besten schmeckt sie noch warm. Am nächsten Tag kurz bei 180 Grad aufbacken. Im Kühlschrank 2 bis 3 Tage. Einfrieren ist die beste Option für längere Lagerung.

Was passt gut zur Focaccia?

Focaccia passt als Beilage zu Suppen, Salaten, Antipasti und Grillgerichten. Pur mit gutem Olivenöl zum Dippen ist sie schon ein vollständiger Snack. Auch als Sandwich-Basis oder zum Abendessen statt normalem Brot.

 

 

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Ein freundlicher Hinweis: Was du hier findest, sind Rezepte und Küchentipps aus persönlicher Erfahrung, kein medizinischer Rat. Bei Lebensmittelunverträglichkeiten oder Glutensensitivität wende dich bitte an eine Fachperson. Die Anwendung der Rezepte erfolgt eigenverantwortlich, aber mit ganz viel Freude dabei!

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